Schweden ist in kulinarischer Hinsicht genauso international wie Deutschland auch. Zwar gibt es einige klassische schwedische Gerichte, im Alltag kochen die meisten Schweden jedoch bunt gemischt, inspiriert von den Küchen der ganzen Welt. Diese kulinarische Vielfalt spiegelt sich in der Restaurantlandschaft genauso wider wie im Angebot der Supermärkte, es gibt in Schweden so ziemlich alles an Essen zu kaufen, was es auch in Deutschland gibt. Pizzerien und Fast-Food-Ketten dominieren in Schweden jedoch genauso die “Restaurant”landschaft wie in Deutschland auch. Und selbige Produkte finden sich ebenso zuhauf in den schwedischen Supermärkten. D.h., in Schweden essen zu gehen oder einzukaufen fühlt sich eigentlich wie daheim an. Nur dass auf den Lebensmittelverpackungen andere Namen stehen 🙂 Die schwedische Küche selbst hat sich bisher keinen Namen gemacht und sticht durch nichts heraus oder dominiert nicht wie manche anderen kulinarischen Einflüsse (z.B. aus Italien, Amerika, China, Thailand, Frankreich etc.) die Küchen der Welt.

In einem Agrarland wie Schweden gibt es verständlicherweise eine reiche Auswahl an Milchprodukten. Die Schweden selbst konsumieren grosse Mengen davon, vor allem Käse, der hauptsächlich in grossen, abgepackten Stücken verkauft wird. In Schweden gibt es Käse auch in Tuben, z.B. mit Krabben o.ä. drin. Milch (“Mjölk”) gibt es in drei Fettgehaltstufen, “Filmjölk” ist Buttermilch und “Grädde” oder “Gräddfil” so etwas Ähnliches wie Schmand. “Vispgrädde” ist Schlagsahne, die aber viel fetthaltiger als die deutsche Schlagsahne ist und beim Schlagen sehr schnell steif wird. “Matlagningsgrädde” ist die weniger fetthaltige Variante und der deutschen Schlagsahne vergleichbar, die man zum Kochen und für Aufläufe verwenden kann, die aber nicht geschlagen werden kann. Der schwedische Milchproduktemarkt wird von der Marke “Arla” dominiert, die umstritten und dafür bekannt ist, schwedischen Milchbauern Niedrigstpreise zu bezahlen und oft billige Milch im Ausland zu kaufen. Ich selbst habe diese Marke früher weitestgehend zu boykottieren versucht, leider gab es manchmal aber keine wirkliche Alternative, vor allem bei den Bio-Produkten. Hier hat sich der Markt aber inzwischen etwas geändert, so dass man Arla-Produkte meiden kann.
Im Vergleich zu Deutschland ist das schwedische Brot-Angebot wenig spektakulär. Bäckereien gibt es sehr wenige und das meiste Brot wird als Einheitsware in den Supermärkten angeboten, frisch oder abgepackt und fast immer mit vielen Zusätzen und Zucker drin.

Creme fraiche (i Mat fraiche)
Creme fraiche (i Mat fraiche)
Veganer Ersatz für Sahne
Veganer Ersatz für Sahne
Creme fraiche (i Mat fraiche)
Creme fraiche (i Mat fraiche)

Da ich selbst vegan, viele glutenfreie Produkte, ausschliesslich ökologisch und generell sehr bewusst esse, ist es mir ein Anliegen, deutschen Urlaubern mit Bedarf an diesen Produkten einige Tips bei diesen Lebensmitteln zu geben. Der schwedische Markt ist diesbezüglich nicht so gross wie in Deutschland, von daher kann die Suche vor allem nach hochwertigen veganen und glutenfreien Produkten aufwendiger werden. Von der schwedischen Marke “Oatly” gibt es Hafermilch, Joghurt-Ersatz, Sahne-Ersatz und Creme-Fraiche-Ersatz, teilweiwse auch als Bio. Die Marke “Planti” bietet ökologischen Soja-Joghurt naturell oder mit Geschmack aus Soja-Bohnen an, die weder genmanipuliert sind noch aus ehemaligen Regenwaldgebieten kommen. Ökologische und gleichzeitig glutenfreie Produkte (z.B. Mehle, Teigwaren/Pasta) bietet einzig die Marke “Urtekram” an, von der man in manchen grösseren Supermärkten einige Produkte findet, z.B. bei der Supermarktkette Coop. Reguläre, also Nicht-Bio glutenfreie Produkte gibt es dagegen in jedem Supermarkt. Die schwedische Marke “Saltå kvarn” bietet hochwertige, ökologische Produkte an, die es in jedem Supermarkt zu kaufen gibt. Wer Wert auf hochwertige, biologische Produkte bei seinem Schweden-Urlaub legt, kann z.B. bei der jeweiligen Touristen-Information nach Geschäften fragen, die regionale und frische Bio-Produkte verkaufen oder nach einem “hälsokost affär” (Geschäft mit “gesunden” Produkten).

In Schweden hat sich ein starkes Bewusstsein für Gebrauchtes entwickelt und es boomt der Second-Hand-Markt. “Loppis” (Flohmarkt) wird an sehr vielen Stellen angeboten. Vor allem an den Wochenenden kann man seine Tage damit füllen, von einem privaten loppis zum anderen zu fahren, den in Schweden jeder unangemeldet daheim oder sonstwo machen darf. Man braucht einfach nur den loppis-Schildern an den Strassen zu folgen :-).Gewerbliche Flohmärkte gibt es in allen Grössen von klein bis gross. Die grossen Flohmärkte werden oft von den Kirchen betrieben, wie z.B. “Eriks hjälpen”. Von Möbeln über Kleider bis hin zu wunderschönen, einzigartigen, alten Dingen kann man dort so ziemlich alles finden (auch in allen erdenklichen Qualitäten) und vielleicht das eine oder andere einzigartige Andenken an den Schweden-Urlaub erwerben. Schon so mancher meiner Urlaubsgäste ist mit einem Auto voller Loppis-Fünde nach Deutschland zurückgefahren 🙂

Redaktioneller Hinweis

Text und Bild: Silke Nordfjäll, im Januar 2019. – “Silke Nordfjäll lebt mit ihrer deutsch-schwedischen Familie in Gästrike-Hammarby, Gävleborgs län, auf einem kleinen Hof im Wald und direkt am See, zusammen mit mehreren Pferden, Hund und Katzen. Auf dem Hof kann man u.a. ein Ferienhaus mieten”.
Infos: www.vastanvindsgarden.com.

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