Ein See in Schweden- herzförmigen Neckersee südlich der Stadt Linköping

Wenn wir an Schweden denken, dann verbinden wir dies vor allem mit den tiefen, dunklen Wäldern aus den Astrid-Lindgren-Filmen. Wir denken an die langen, hellen Nächte im Sommer, an stille Seen und auch das Meer. Und natürlich an Elche!Schweden ist ein Land, das wirklich alles zu bieten hat, was es an Landschaftstypen in der Natur gibt. Es hat endlose Wälder (50 % des Landes sind mit Wald bedeckt), unzählige Seen, Meer und Küste und im Norden die Berge. Wenn man sich in Schwedens Natur befindet, hat man an vielen Stellen das Gefühl, dass sie noch ursprünglich und vom Menschen unberührt ist. Das ist sie natürlich nicht und vermutlich hat selbst im entlegensten Norden überallhin ein Mensch schon seinen Fuss gesetzt. Aber die schwedische Natur gibt uns dieses Gefühl der Wildheit und Unberührtheit. Die schwedische Natur steht für das, wonach sich viele Menschen scheinbar (zurück) sehnen und was in den meisten Ländern inzwischen zerstört wurde durch Zivilisation und Erschließung. In Schweden sieht es in der Natur aus, wie es in Deutschland vor 300 Jahren vermutlich auch noch ausgesehen hat. Die Schweden geben mit ihrem weltweit einzigen ”Jedermannsrecht” (Allemansrätten) jedem die Möglichkeit, die Natur überall zu genießen. Man darf überall in der Natur campieren und zelten, solange es sich nicht um Privatgrundstücke handelt und solange man nichts zerstört. An vielen Seen befinden sich Feuerstellen, an denen sogar kostenlos Holz zur Verfügung gestellt wird. Auch wenn Schweden mit seinen 10 Millionen Einwohnern natürlich weniger Bevölkerung hat als z.B. Deutschland, könnten diese 10 Millionen Menschen ihre Natur gnadenlos zumüllen bei ihren Übernachtungen im Wald. Sie tun es aber nicht und achten zumindest beim direkten Aufenthalt mittendrin die Natur und ihre Unversehrtheit. Mir kommt Schweden manchmal ein wenig wie Kanada in klein vor. Gleiches Klima, gleiche Vielseitigkeit der Natur und das gleiches Gefühl der Unberührtheit und Wildheit. Aber wie überall sonst ist die Natur in Schweden trotz ihrer Schönheit und scheinbaren Unberührtheit natürlich nicht vom Menschen unberührt. Auch hier werden Wälder vor allem zu wirtschaftlichen Zwecken genutzt und sollen Gewinn bringen, der Mensch pflanzt vor allem an Bäumen an, was am meisten Geld einbringt. Wilde Tiere werden auch hier in ihrem Lebensraum beschnitten und gejagt. Auch die Elche, auf die wir Deutschen so verrückt sind. Aber all das vergisst man jedoch, wenn man in einem stillen, schwedischen Wald sitzt, mit dem Gefühl der Einsamkeit und Verbundenheit mit allem. Nur vom Rauschen der Bäume umgeben, mit dem Blick auf Felsen, unterschiedlichste Bäume, Farne und Pilze und eine Vielzahl an kleinen Waldbewohnern. Wenn man Pilze oder Blaubeeren pflückt, die inmitten von herrlichstem duftenden Bodenkraut wachsen. Oder wenn man sich an einem einsamen schwedischen See befindet, über dem die Raubvögel majestätisch ihre Kreise ziehen, auf dem Wildgänse, Enten und Schwäne leise dahingleiten und Seerosen ein wunderschönes Muster auf die Seeoberfläche zaubern. In Schweden hat man die Möglichkeit, wilden Tieren zu begegnen, die es in Deutschland nicht mehr gibt oder die erst wieder anfangen, sich in ihren Beständen ein wenig zu erhöhen. In Schweden gibt es noch wilde Bären und Wölfe und natürlich die Elche, die einem wirklich das Gefühl von echter
”Wildmark” geben. Es fühlt sich irgendwie einfach ”vollständiger” an in Schweden. Und was ich persönlich besonders toll finde ist, dass es in schwedischen

Braunbär in Schweden // Håkan Vargas S/imagebank.sweden.se

Wäldern keine Spazierwege wie in Deutschland gibt. Es gibt manchmal einzelne Wege im Wald, aber die enden oft im Nirgendwo, da sie zum Abholzen dienen und geschahen wurden und nicht für den Wanderer. Aber es gibt trotzdem auch in Schwedens Natur bzw. den Wäldern einzelne Wanderwege, die angelegt sind. Vor allem aber viele Trampelpfade der wilden Tiere. Und es gibt Wald-Pfade, die sich Menschen mit ihren Schneescootern schassen und die dann im Sommer auch bewandert werden können. Auch das gibt einem irgendwie das Gefühl von noch mehr Wildheit und Unberührtheit. Und lädt den Menschen noch mehr dazu ein, sich wirklich ”mittenrein” zu begeben, alles geplante, geordnete hinter sich zu lassen. Die engen Scooterwege oder Trampelpfade der Tiere geben einem ein ganz anderes Gefühl als die breiten, klotzigen Spazierwege in Deutschlands Wäldern. Für mich ist die Natur in Schweden ganz besonders wegen ihrer landschaftlichen Vielfalt und vor allem auch wegen des vielen Wassers und Waldes. Ich liebe Wald und Seen über alles und habe in Schwedens Natur auch meine seelische Heimat gefunden. Ich wünsche allen Schweden-Urlaubern eine wunderbare Zeit in Schwedens herrlicher Natur. Möge die Natur-Seele Schwedens Eure Herzen füllen!

Die dichten Wälder in Schweden // Gösta Reiland/imagebank.sweden.se

REDAKTIONELLER HINWEIS

Text: Silke Nordfjäll, im Januar 2020. – “Silke Nordfjäll lebt mit ihrer deutsch-schwedischen Familie in Gästrike-Hammarby, Gävleborgs län, auf einem kleinen Hof im Wald und direkt am See, zusammen mit mehreren Pferden, Hund und Katzen. Auf dem Hof kann man u.a. ein Ferienhaus mieten”.
Infos: www.vastanvindsgarden.com.

Titelbild: Fredrik Schlyter/imagebank.sweden.se

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